Das Klorakel und der frustrierende Sieg

Das Klorakel und der frustrierende Sieg


Michi Graf ließ in der englischen Woche folgende Elf gegen Grödig 1b auflaufen: Bobo Maier zwischen den Pfosten; davor Max Berger, Stefan Köhler, Kapitän Daniel Munter und Tobi Vatschger; Raphi Baier und Gappo im Zentrum, Jacky Mitterbauer und Ruud auf den Flügeln; sowie vorne Mo Strasser und Hannes Haberl.

Wir begannen die Partie quasi mit einem Rückstand: Der erst 16jährige Ex-RBS-Kicker Sebastian Hölzl fackelte in Minute 6 nicht lange, sondern versenkte einen Weitschuss ganz genau im Eck. Nachher diskutierten viele, ob der Schuss haltbar gewesen wäre… Bobo Maier sagte dazu später: „Wahrscheinlich. Aber er hat mich mit seinem ansatzlosen Schuss total überrascht…“

So oder so: Wir mussten etwas tun. Erst probierte es Raphi Baier, dann spielten wir Ruud frei, dessen Hereingabe jedoch nichts einbrachte. Kurz darauf musste dann Bobo Maier auf der anderen Seite mit einer starken Parade das nächste Gegentor verhindern. Als nächstes waren wieder wir in der Offensive und versuchten zwei Mal, Raphi Baier einzusetzen, dann traf Jacky Mitterbauer das Außennetz. Und dann – in Minute 32 – fiel der Ausgleich: Wir bedienten Ruud Mühlfellner mit einem Steilpass und anstatt selbst den Abschluss zu suchen, bediente dieser perfekt den völlig freistehenden Mo Strasser, der ungehindert einschieben konnte!1:1!

Vor der Halbzeitpause kamen noch Jacky Mitterbauer (Schuss über‘s Tor) und Raphi Baier (Freistoß von Keeper Wimpissinger gehalten) zu Chancen. Aber insgesamt hatten wir in den ersten 45 Minuten keine besonders gute Leistung gezeigt. Michi Graf musste reagieren und brachte mit Manuel Maislinger und Hansi Stockhammer (für Raphi Baier und Jacky Mitterbauer) zwei Neue.

In Minute 50 kamen die Grödiger zur nächsten Chance: Pascal Gwehenberger war nach einem Steilpass in den Lauf auf und davon, aber Bobo konnte seinen Schuss parieren. Wenig später schickte Schiedsrichter Zlatko Begović den sehr emotionalen Gäste-Trainer Michael Brandner auf die Tribüne.

Dann kam der erste große Moment unseres Orakels: Nachdem Stefan Pusch bei den vorherigen Ecken immer am Klo gewesen war (und wir kein Tor erzielt hatten), war er dieses Mal gerade vom stillen Örtchen zurückgekehrt. Und schon passierte es: Ecke für den USV, ein chaotisches Gestocher im Strafraum und ein Hannes Haberl, der mal wieder richtig steht und trifft – 2:1 für unsere Schwarz-gelben!

Und was Puschi angeht: Ein Mal ist kein Mal – das kann auch Zufall sein… Oder?

Fünf Minuten später entschärfte Bobo Maier einen Freistoß, dann wechselte Michi Graf zum dritten Mal und Patrick Probst kam für Wolfi Gappmaier ins Spiel. Anschließend kamen beide Mannschaften noch zu Torchancen, aber die Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit.

Wir schrieben die 92. Spielminute, Puschi war gerade vom WC zurückgekehrt: Wir spielten Manuel Maislinger an, der sich den Ball gekonnt herunternahm und aus der Drehung abschloss – 3:1, der Joker stach! Als nächstes hatte Patrick Probst das 4:1 am Fuß, aber Markus Wimpissinger konnte seinen Schuss gerade noch halten. Im Gegensatz zu Maisis Kopfball! Denn unsere Nummer 4 zog in Minute 94 mit dem 4:1 einen Schlussstrich unter diese Partie!

Und Puschi war wieder an beiden Toren „beteiligt“. Unser „Mr. Mercedes“ ist zwar auch keine Krake, aber irgendetwas hat unser „Klorakel“ offensichtlich „im Urin“…

Die Punkte 28-30 eingefahren, den Klassenerhalt mathematisch fixiert, zusammen mit Tabellenführer Thalgau die beste Frühjahrsmannschaft, seit acht Runden ungeschlagen, der zweite Sieg in Folge und keine negative Torbilanz mehr… also eigentlich alles in bester Ordnung am Reiterbach, oder nicht?

Nicht ganz… Denn unsere Jungs waren mit ihrer Leistung alles andere als zufrieden. Daniel Munter sah nach dem Spiel so aus, als hätten WIR 4:1 verloren, während ein frustrierter Gappo bloß meinte: „Wir haben schon besser gespielt.“Was eine Spielerfreundin prompt mit „Ihr habt schon schlechter gespielt!“ quittierte.

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Ja, wir haben gegen Grödig 1b tatsächlich nicht besonders gut gespielt und ja, wir  dürfen mit unserer Leistung nicht zufrieden sein. Andererseits: Schlecht zu spielen und trotzdem hoch zu gewinnen ist eine Kunst, die in der Regel nur sehr gute Mannschaften beherrschen. Aber dieser Frust spricht halt auch für unsere Siegermentalität…

Dieses Mal überlasse ich das Schlusswort unserem sportlichen Leiter Reini Munter: „Der Abstieg ist abgewandt, jetzt geht‘s um das Urlaubsgeld!“

Und füge noch schnell hinzu: Lasst heute in Schwarzach die Kasse klingeln!

Wolfgang Rockenschaub

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