2. Türchen: Schützenfest im Spitzenspiel (17.09.2015)

2. Türchen: Schützenfest im Spitzenspiel (17.09.2015)

Dass Berndorf gegen Fuschl ein Kracher werden würde, war jedem klar… aber SO eine Partie hatte nun wirklich niemand erwartet!

Aber fangen wir von vorne an: Phil Köhler war nach wie vor verletzt und wird wohl erst gegen Henndorf oder St. Michael wieder auflaufen können. Hans Berger war wieder fit und kehrte ins Tor zurück, ansonsten begann jene Elf, die Anthering geschlagen hatte. Die zahlreichen mitgereisten USV-Fans wussten nicht so recht, was sie beim Tabellendritten erwarten sollten und auch das 2:2 unserer 1b konnte daran nichts ändern…

Das Schützenfest begann in Minute 6, als Luki Rösslhuber mit einem tollen Schuss das 0:1 erzielte. Wir kontrollierten anschließend die Partie und kamen zu weiteren Torchancen, was zu einem großen Teil am Torschützen selbst lag – denn Luki spielte die vielleicht beste Partie seines Lebens! Er verteilte den Ball mit einer unglaublichen Ruhe und Präzision, fand Räume, wo eigentlich keine waren…

Trotzdem verpassten wir es, unsere Führung auszubauen und wurden dafür bestraft: die Mrkonjić-Brüder kombinierten sich nach einer halben Stunde in unseren Strafraum und Franz Mrkonjić glich aus. Anschließend kamen die Hausherren besser in die Partie, aber wir gingen erneut in Führung, als Stefan Bachner in Minute 43 aus 20 Metern den Ball ins Kreuzeck hämmerte! Das war nicht nur das 1:2, sondern ein unglaublicher Treffer aus der Kategorie „Tor des Jahres“!

Doch auf den Torjubel folgte sogleich eine schlechte Nachricht: Max Stübler schien sich bei einem Foul verletzt zu haben und musste den Platz verlassen! Zum Glück konnte er dann doch noch kurz weiterspielen, bevor Schiedsrichter Reuf Salihović die erste Halbzeit beendete.

In der 47. Spielminute führte Tobias Vatschger einen Freistoß aus und brachte den Ball in den Strafraum. Erst segelte die Kugel an Freund und Feind vorbei, dann brachte sie Luki Rösslhuber hinter die Linie! 3:1!

Das sollte eigentlich eine komfortable Führung sein, aber sie hielt nicht lange. Unsere Abwehr schaffte es einfach nicht, den bärenstarken Franz Mrkonjić in den Griff zu bekommen, der innerhalb von zwei Minuten das 2:3 seines Bruders Mario vorbereitete und anschließend selbst den Ausgleich erzielte! Spielstand nach 49 Minuten: 3:3.

Wir USV-Fans waren erst einmal geschockt und unsere Stimmung verbesserte sich nicht, als Max Stübler endgültig nicht mehr weiterspielen konnte. Aber der routinierte Max Rösslhuber spielte eine gute Partie und wurde Teil eines unglaublichen Umschwungs: Fünf Minuten nach dem Ausgleich stellte Mike Ramspacher mit einem tollen Schuss auf 3:4, in Minute 61 erhöhte sein Bruder David nach einem schweren Fehler der Fuschler Abwehr auf 3:5!

Anschließend nahm Mike Ramspacher den Ball an, narrte die Abwehr mit einem tollen Haken und traf zum 3:6! Dann warf Fuschl noch einmal alles nach vorne und verkürzte durch Selçuk Avci – 4:6! Auf der Tribüne herrschte mal wieder akutes Herzinfarktrisiko, aber das wich bald einem lautstarken Jubel: Mike Ramspacher hatte in Minute 86 den Ball am Fuß, versuchte, einen Schritt nach rechts zu gehen, sah, dass dort kein Torschuss möglich war, ging kurz nach links und stellte mit diesem Geniestreich auf 4:7!

Bei diesem „Eishockey-Ergebnis“ blieb es dann auch. Es war das unglaubliche Ende einer unglaublichen und verrückten Partie, in der unsere Mannschaft immer wieder zurückkam und die defensiven Schwächen der Fuschler eiskalt ausnutzte.

Oder wie Michi Schwaiger anschließend sagte: „Wenn man vier Tore bekommt, dann muss man halt sieben schießen.“ Hans Berger sah das naturgemäß anders. Er wollte „das Ergebnis abhaken“ und hätte „ein 3:0 bevorzugt“, aber „die Punkte nehme ich natürlich“. Mike Ramspacher hatte mit diesem Spielstand hingegen gar kein Problem und schmunzelte nur, als Hans diese Aussagen tätigte.

Auch die Aussage des Fuschler Platzsprechers, dass Franz Mrkonjić „der beste Spieler der 1. Bundesliga“ (kein Scherz!) sei, dürfte unseren Mike nicht betrüben. Denn er wurde nicht einmal, sondern gleich zwei Mal zum „Spieler der Runde“ gewählt! Eine sehr seltene, aber hochverdiente Ehre für unseren Starstürmer, der sich bei der Ligaportal-Wahl gegen seinen Bruder „Ramses“ durchsetzte. Außerdem schaffte es mit dem famosen Luki Rösslhuber noch ein dritter Berndorfer ins „Team der Runde“!

Wir Fans sahen einen packenden Thriller, unsere Jungs erlebten die wahrscheinlich torreichste Liga-Partie ihrer Karrieren und unser USV stieß mit diesem Sieg auf den zweiten Platz vor. Nächster Halt in der 1. Landesliga: zwei Heimspiele gegen Bad Hofgastein am Samstag!

Wolfgang Rockenschaub

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