3. Türchen: … und der siebte folgt sogleich (01.10.2015)

3. Türchen: … und der siebte folgt sogleich (01.10.2015)

Nach dem Titel meines letzten Artikels war wohl jedem klar, welche Überschrift ich mir für diesen Bericht erhofft hatte. Aber vorher mussten wir natürlich noch die Henndorfer schlagen…

Rund 400 Zuschauer hatten sich zum Spitzenspiel eingefunden und die Stimmung im riesigen schwarz-gelben Lager war gut. Kurz vor dem Anpfiff erfuhr ich jedoch eine gute und eine schlechte Nachricht: Die gute war, dass unsere 1b vorgelegt und 2:0 gewonnen hatte. Die schlechte war, dass David Ramspacher hinter mir saß, weil er verletzt war.

Ich hatte erwartet, dass uns die Gastgeber wieder von Anfang an mit intensivem Pressing zusetzen würden, aber nein: Diesmal waren wir es, die von der ersten Sekunde an mit Vollgas den Ballführenden attackierten!

Damit hatten die Henndorfer nicht gerechnet. Wir bestimmten von Anfang an das Spiel, erspielten uns Torchancen und taten alles, um hier drei Punkte zu entführen. Die Partie war heiß und Fouls waren keine Seltenheit – Schiedsrichter Andreas Gruber musste in den ersten 35 Minuten vier Spielern die gelbe Karten zeigen.

Das kam uns zu gute, denn bei Standardsituationen waren wir brandgefährlich. In der 38. Spielminute war es dann soweit: Daniel Munter brachte einen Eckball in den Strafraum, Assistkönig Luki Rösslhuber verlängerte per Kopf, Hannes Haberl stand am langen Eck frei und hämmerte den Ball ins Tor! 0:1!

Wir Fans explodierten, der Jubel war fast grenzenlos. Jetzt mussten sich erst einmal die überraschend durchschnittlichen Hausherren etwas einfallen lassen…

Aber quasi mit der nächsten Aktion wären wir fast verstummt: Die Henndorfer brachten den Ball in unseren Strafraum und Markus Grössinger köpfte ihn perfekt in Richtung Kreuzeck. Von der Tribüne aus sah dieser Kopfball unhaltbar aus… aber da war ja noch Hans Berger, der ihn mit einem absoluten Weltklasse-Reflex parierte!

Wir brauchten also noch ein Tor, aber das war kein Problem: In Minute 43 stellte Jacob Mitterbauer mit seinem ersten Treffer für den USV eiskalt auf 2:0!

Jetzt mussten wir „nur“ mehr mit dieser traumhaften Führung in die Halbzeitpause gehen. Aber es wurde in der Nachspielzeit noch einmal heiß: Unser Vizekapitän Tobi Vatschger lieferte erneut eine starke Leistung ab, war aber in einige hitzige Zweikämpfe verwickelt worden und hatte früh Gelb gesehen. Jetzt hatte er wieder einen Henndorfer mit einem Foul aufhalten müssen und die Gastgeber forderten lautstark – und wahrscheinlich nicht ganz grundlos – Gelb-rot. Aber Andreas Gruber entschied im Zweifel für den Angeklagten und wir atmeten erst einmal alle tief durch.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit nahmen beide Mannschaften ihren ersten Wechsel vor: Michi Schwaiger brachte Max Rösslhuber für Tobi Vatschger, bei Michael Brandner kam Lukas Bachmayer für Julian Grabmüller in die Partie.

Die Partie blieb heiß: beide Mannschaften griffen an und holten sich weitere gelbe Karten ab. Nach 60 Minuten ging Christian Grössinger im Strafraum zu Boden und die Henndorfer bekamen einen Strafstoß zugesprochen. Der Gefoulte trat an… und traf nur Aluminium! Hallelujah!

Drei Minuten später fiel dann die endgültige Entscheidung: Max Rösslhuber zirkelte einen Freistoß gekonnt in den Strafraum und der starke Luki Rösslhuber war erneut per Kopf zur Stelle!

Spätestens zu diesem Zeitpunkt fühlte sich alles wie in einem Traum an. Aber es war nichts anderes als die wunderschöne Realität: Ja, wir führten 3:0 in Henndorf!

Und ein paar unserer Fans wurden übermütig und schrieen hinein, dass wir mit einem 6:0-Sieg Tabellenführer wären. Aber das war vermessen – nur weil wir hier vor zwei Jahren 5:0 gewonnen hatten…

Die Party-Stimmung war großartig und sie wurde durch die rote Karte für Maximilian Tittler und die gelb-rote für Christian Grössinger nicht schlechter. Ganz im Gegenteil: Unsere Fans beschlossen in der Nachspielzeit, jeden Berndorfer Ballkontakt mit einem lautstarken „Hey“ zu zelebrieren. Und da die acht übrig gebliebenen Henndorfer Feldspieler nicht mehr an den Ball kamen, gab es so einiges zu bejubeln.

Dann war es soweit und Andreas Gruber beendete die Partie! Alle waren überglücklich und unsere Jungs wurden mit „Wir wollen die Sieger sehen!“- und „U-U-USV!“-Gesängen gefeiert!

Diesmal habe ich mir erlaubt, mir das Benotungsschema einer großen österreichischen Tageszeitung auszuborgen:

   0 zu kurz eingesetzt,   1 Totalversager,   2 schwach,   3 Durchschnitt,   4 stark,   5 sehr stark,
   6 teamreif

Hans Berger: teamreif

Luki Rösslhuber: teamreif
Max Stübler: teamreif
Mike Ramspacher: teamreif
Daniel Munter: teamreif (und reif für die Insel)
Hannes Haberl: teamreif
Tobi Vatschger: teamreif
Stefan Bachner: teamreif
Stefan Köhler: teamreif
Jacob Mitterbauer: teamreif
Raphael Mitterbauer: teamreif
Max Rösslhuber: teamreif
Tom Hasenkopf: teamreif
Bobo Maier, Daniel Mair und Phil Mirtl: (nicht eingewechselt, aber) teamreif

Und damit brauche ich wohl auch nicht zu erwähnen, wer zum „Team der Runde“ gewählte wurde, oder?

Oder dass der Spieler der Runde mal wieder schwarz-gelb trägt und erneut Luki Rösslhuber heißt?
Oder dass auch noch Daniel Munter, Hans Berger und Hannes Haberl in verschiedene Teams der Runde gewählt wurden?

Alle, wirklich ALLE, haben im inoffiziellen „Daniel-Munter-Abschiedsspiel“ eine großartige Partie abgeliefert. Oder wie Max Rösslhuber sagte: „Das ist Fußball!“

Und deshalb, Jungs, seid ihr die beste legale Droge die es gibt. Möge der USV-Spielrausch noch lange weitergehen!

Wolfgang Rockenschaub

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